Ebay - Tipps und Tricks für
Käufer
- Das kleine Ebay 1x1 für
Einsteiger und Fortgeschrittene -
(Für die hier von uns gegebenen
Informationen, Tipps und Tricks können
wir natürlich keine Garantie
oder Verantwortung jeglicher Art und Weise
übernehmen. Sie sollen vielmehr
einige Hilfen und Denkanstöße geben…
Daher: alle Angaben ohne Gewähr!)
| Wer Dinge aus den 20er,
30er und 40er Jahren sucht, wird feststellen, dass man auf Flohmärkten
und in den meisten Second-Hand-Shops schon lange nicht mehr wirklich fündig
wird.
Die einzige echte Alternative heißt: Ebay - das weltweite Internet-Auktionshaus. Hier findet man Unmengen an Dingen. Besonders, da man auch ausländische Auktionen im Zugriff hat. Hier sei im Besonderen Nord-Amerika genannt, wo es schier unerschöpfliche Angebote zum Thema 20er, 30er und 40er Jahre zu geben scheint... Kurzer Überblick: 1.) Die richtige Suche
Das "A" und "O", das gesuchte Stück zu
finden, ist der richtige Suchbegriff. Ebay bietet hierzu verschiedene Möglichkeiten.
Es kann auch sinnvoll sein, täglich die "neu eingestellten" oder "bald
endenden" Angebote einer bestimmten Sparte zu sichten.
Ein Beispiel:
Möglichkeit 1: Wir schauen, ob wir eine Kategorie finden,
unter der dieser Artikel am wahrscheinlichsten von einem Anbieter eingestellt
würde.
Möglichkeit 2: Suchkriterien eingeben. Um Treffer in Kategorien auszuschließen, die mit Sicherheit nicht das Gesuchte enthalten (sondern eventuell nur den Suchbegriff in der allgemeinen Beschreibung aufweisen), beginnt man die Suche am Sinnvollsten erst, wenn man sich in einer Entsprechenden Kategorie/Unterkategorie befindet. Komplexe Sucheingabe für unser Beispiel: *chuhe schwar* (Pumps,elegante,eleganter) (30er,1930er,alte,alter)
-Wildleder -Stof* -Herrenschuhe -Kinderschuhe
Erklärung: *chuhe = Platzhalter(*):
alle Wörter mit "chuhe" am Ende (also: "Schuhe" oder "Damenschuhe"
oder "Winterschuhe", etc.)
Gefunden würde z. B.: Eleganter schwarzer Damenschuh aus den 30er Jahren Man kann die Trefferquote noch erhöhen,
in dem man das Kästchen "in Artikel und Beschreibungen" anhakt (sinnvoll).
Dann wird auch der beschreibende Text durchsucht.
Alle brauchbaren Suchabfragen kann man als
Favoriten unmittelbar nach erfolgter Suche in seinem Browser abspeichern.
So kann man regelmäßig schauen, ohne jedes Mal die Suche neu
zu formulieren. Dafür sollte man aber noch die Sortierung nach
"neu eingestellte" Artikel ausführen und dann erst das Ergebnis als
Favorit speichern.
2.) Wann und wie Bieten (Die goldene Regel) Glaubt es einfach: Je später man sein Maximalgebot abgibt,
desto günstiger der Auktionspreis.
Frühes bieten "pusht" den Preis und animiert
andere zu bieten oder weiter zu bieten! Beobachten und spät zuschlagen
heißt die Devise! Alles andere ist Preistreiberei, was einige Verkäufer
auch gerne mal durch Bekannte, Freunde und Verwandte erledigen lassen…
Überlegt einfach, was es Euch maximal Wert ist. Schreibt Euch Tag
und Uhrzeit des Auktionsende auf und schaut 10 Minuten vor Ende wie die
Sache steht. Ist der Preis schon jenseits von Gut und Böse, lasst
es! Ist der Preis, den Ihr maximal dafür ausgeben wollt noch nicht
erreicht, kann man folgendes tun, um nicht andere immer wieder zum "Drüberbieten"
anzuheizen: Zuerst, kauft Euch eine (digitale) Stoppuhr!
Kauft nichts für viel Geld bei Verkäufern mit wenigen (0 bis 20) Bewertungen! Es sei denn, Ihr könnt den Artikel selber abholen, er willigt ein gegen Nachnahme zu versenden oder er erklärt sich bereit die Kaufabwicklung über den Ebay-Treuhandservice vorzunehmen (vorher mal fragen, wer ablehnt, könnte was im Schilde führen!). Auch mehr Bewertungen taugen nichts, wenn nur Artikel zu "Cent-Beträgen" verkauft wurden. Schaut also vorher genau nach, für was und für wie viel der Verkäufer seine Bewertungen erhalten hat! Die Zahl der Betrüger nimmt ständig zu - leider ist das so. Die absolute Sicherheit gibt es leider nicht. Und noch ein Wort zu "Power Sellern": Diese
Verkäufer stellen oft große Mengen an Artikeln ein. Daher ist
es leider häufig so, dass sich der Emailkontakt auf eine Standardzahlungsaufforderung
beschränkt. Weitere Konversation gestaltet sich darüber hinaus
oft schwierig. Klar, wenn täglich zig Artikel zu bearbeiten sind.
Bei Problemfällen ist dies ausgesprochen ärgerlich. Auch der
Versand erfolgt meist schleppend. Das muss nicht zwangsläufig so sein,
ist aber leider unsere Erfahrung…
4.) Zwischen den Zeilen lesen (im Stil von, etc…) Gerade bei Kleidungsangeboten aus den 20er,
30er und 40er Jahren ist Vorsicht geboten. Oftmals wird versucht, mit Formulierungen
wie "im Stil", "Retro", "wie in den 20er (30er, 40er) Jahren", "bin mir
nicht sicher, müsste aber so und so alt sein", "weiß nicht,
ob es ein Original ist", "ist nicht mein Sammelgebiet, kenne mich da nicht
aus", darüber hinweg zu täuschen, dass es sich nicht um Originale
handelt. Also unbedingt skeptisch sein und zwischen den Zeilen lesen. Auch
die Aussage "von Oma/Opa" hat mittlerweile nichts mehr zu bedeuten. Hier
müsste es dann schon von der Uroma bzw. vom Uropa sein. Und es wird
entsetzlich viel 50er/60er Jahre Material als älter angeboten. Gerade
bei Schuhen und Kleidung ist dies oft nur schwer "aus der Ferne" zu beurteilen.
Ein leidiges Thema! Dass jemand nur die tatsächlichen
Portokosten verlangt, ist die rühmliche Ausnahme. Aber es gibt
sie noch - selten. Leider kommt es immer häufiger vor, dass "Versandkosten"
verlangt werden. Hiermit versucht man das Porto, Verpackunsmaterial, Verpackungsaufwand
und sogar das "zur Post bringen" zu rechtfertigen (indirekt kann man aber
ruhig unterstellen, dass sich hiermit so mancher die Ebay-Gebühren
für seine Auktionen, die ja nicht mehr wie früher auf den Käufer
abgewälzt werden dürfen, wieder hereinholt). So kann es
passieren, dass sich z.B. die Verlangten 7 Euro Versandkosten für
eine Kleinigkeit letztendlich als 1,44 Briefmarke auf einem zum x-ten Male
wieder verwendeten Umschlag entpuppen. Da kommt Freude auf! Aber in der
Bewertung darauf aufmerksam machen? Pustekuchen - mit 100%iger Sicherheit
wurde vom Verkäufer noch nicht bewertet! Wetten? Und somit gibt ein
negatives Feedback garantiert eine negative "Rachebewertung". Also lässt
man es wahrscheinlich lieber… Clever, diese Verkäufer! Ein häufiges
Argument bei Rückfragen: "Man hat sich ja schließlich mit den
Versandkosten (wenn die Versandkosten in der Auktion bereits "angedroht"
wurden) bei seinem Gebot einverstanden erklärt!". Ja, aber nicht mit
dem Einbehalt mehrere Euros für die "Dienstleistung am Kunden", den
Artikel auch zu verpacken und zu versenden! Sollte das nicht, wenigstens
bei "Privatkäufen", selbstverständlich kostenlos sein? Aber lassen
wir das… Schließlich kann man sich damit trösten, dass man im
Falle von Flohmarktbesuchen ja schließlich auch Fahrtkosten und Zeitaufwand
hat (und womöglich das Gesuchte nicht mal findet), was einem ja beim
Ebaykauf erspart bleibt…
Wer schon mal auf Ebay.com einen Blick riskiert hat, wird feststellen, dass gerade im Bereich "Clothing, Shoes & Accessories > Vintage" ein schier unerschöpfliches Vorkommen an entsprechenden Artikeln herrscht. Im Vergleich zum Deutschen Ebay kann man getrost mit dem Faktor 10 an Treffern rechnen. Wow! Allerdings gibt es ein paar Dinge/Besonderheiten,
die unbedingt zu beachten sind:
Zu allererst sollte man über gute Englischkenntnisse verfügen. Schließlich muss man wissen, wonach man sucht, die Artikelbeschreibung verstehen, und auch in der Lage sein, mit dem Verkäufer in der Landessprache Kontakt aufnehmen zu können. Leider enden die meisten Auktion auf Grund
des Zeitunterschiedes zu einer Zeit, die für Europäer als unmenschlich
zu bezeichnen ist… Nämlich überwiegend in den frühen Morgenstunden
zwischen 2 und 4 Uhr! Damit dürfte für viele die unter Punkt
2.) "Wann und wie Bieten" vorgeschlagene Vorgehensweise bei der Abgabe
von Geboten ausscheiden. Es sei denn, es macht einem nichts aus, mal eben
in der Nacht aufzustehen und den PC anzuschmeißen… Wer das nicht
will, sollte sich überlegen, ob er eines der im Internet anzutreffenden
kostenpflichtigen Bietprogramme nutzen möchte… Dazu wollen und dürfen
wir hier nicht raten und auch nicht näher eingehen, da diese Praxis
seitens Ebay untersagt ist. Warum wohl…? Siehe ebenfalls Punkt 2.) ;-)
c.) Größenangaben bei Kleidung und Schuhen: Am sichersten ist immer, wenn der Verkäufer
wichtige Maße in Inch angibt.
d.) Die Sache mit dem "Zustand": Eine wichtige Erkenntnis, die noch einer Erklärung
bedarf, ist der offensichtliche Unterschied in der Zustandsbeurteilung
von Dingen. Der eher "pingelige" deutsche Käufer wird oft erschreckt
sein, was ein Amerikaner oder Engländer alles noch so als guten Zustand
angibt. Dies scheint ein kulturelles Problem zu sein… Es gibt gewisse Begrifflichkeiten,
mit denen von Amerikanern oder Engländern übereinstimmende Zustandsangaben
gemacht werden. Diese klingen grundsätzlich alle im ersten Moment
einmal gut, aber bei genauerer Betrachtung werden die Unterschiede deutlich.
Die Aussage "good condition" legt die Vermutung nahe, der Gegenstand wäre
noch gut erhalten. Aber - "gut" ist nicht gleich "gut". Denn man muss,
wie immer im Leben, diese Aussage zuerst einmal in Relation setzen.
Dann klingt es schon anders. Fangen wir mal mit dem Begriff für ein
wirklich "top" erhaltenes Sahnestückchen an:
Der Amerikaner/Engländer neigt auch zu
Verharmlosungen. Aussagen wie "slightly mothing" (Mottenlöcher beliebiger
Größe und Anzahl), "some mothing"(dito), "slight discoloration"
(fette Schweißränder, Ausbleichungen, Flecken, die nie und nimmer
rausgehen, etc.) oder "minor damages" (Beschädigungen wie Risse, Löcher,
etc.) sollten immer zumindest eine genauere Nachfrage vor einem Gebot nach
sich ziehen! Das schützt (eventuell) vor größeren Enttäuschungen!
Ach ja, ein allerdings auch in Deutschland beliebter Trick ist die Versicherung/Vermutung,
dass der oder die Flecken ganz bestimmt in der chemischen Reinigung heraus
gehen. Man hat es nur noch nicht gemacht/versucht, um die Entscheidung
dem Käufer zu überlassen bzw. den "unberührten" Originalzustand
nicht zu „verändern“!? Wie nett - vergesst es! 50 bis 80 Jahre alte
Flecken, welcher Art auch immer, bringt keine chemische Reinigung der Welt
mehr raus! Da hilft, wenn überhaupt, nur noch das Retuschieren mit
Stoffmalfarbe…
Eine weitere Besonderheit ist der aus dem deutschen
Ebay unbekannte "Reserve Preis".
f.) Versand nach Deutschland ("Shipping inside US only", Versandkosten, Zoll): Die nächste echte Hürde ist: Wie
bekommt man den Artikel nach Deutschland?
Ansonsten kassiert der Zoll bei allen Waren, die entweder einen Warenwert bei kommerziellen Sendungen von 22 Euro übersteigen (diese Summe gilt inklusive der Versandkosten!!) oder 45 Euro übersteigen, wenn als Geschenk deklariert. Mit anderen Worten: Zollfrei sind Warensendungen bis ca. 20 Euro (inklusive Versandkosten) und Geschenksendungen bis ca. 40 Euro (ohne Versandkostenanteil). Auch die Höhe der Zollabgaben kann variieren.
Diese sind abhängig von der Warenart, etc. Unserer Erfahrung nach
bewegen sie sich inklusive der Zölle, Einfuhrsteuern und Umsatzsteuern
um die 30%. Die genauen Grenzwerte und Gebühren kann man aber auf
den Internetseiten des Zolls erfahren. Also, nagelt uns bitte nicht auf
den Cent genau fest. Daher bitte beachten: alle Angaben natürlich
ohne Gewähr!
g.) Militaria-Auktionen im amerikanischen Ebay: Wer gerne mal eine US-Uniform aus der Zeit bis 1945 haben möchte, wird im deutschen Ebay nur sehr, sehr selten fündig werden. Auch die Komplettierung einer solchen ist bei dem Angebot in Deutschland extrem Zeitaufwendig. Anders im amerikanischen Ebay. Hier gibt es eine Fülle von Angeboten unter "Collectibles > Militaria > WW II (1939-45) > United States"… Problem Nr. 1:
Problem Nr. 2:
Beachte - bei den Damen werden Jacken und Kleider
nach folgender Tabelle aufgeschlüsselt:
Am besten sind auch hier immer gemessene Längenangaben,
da zum einen viele Uniformen Schneideranfertigungen (besonders bei Offizieren)
ohne Größenangaben sind, oder im Laufe der Jahrzehnte so gut
wie immer schon mal irgend jemand Abänderungen an den Kleidungsstücken
vorgenommen hat (oftmals enger gemacht, Hosen meist zu kurz!). Leider fehlen
auch viele Etiketten oder sie sind unleserlich geworden. Achtung
vor Etikettenschwindel! Ein leserliches Etikett verrät eine Menge.
Nicht nur die Größe, sondern auch das Ausgabedatum sowie eine
offizielle Identifikationsnummer. Zeigt der Verkäufer solch ein Etikett
auf einem Bild, kann man 99%ig sicher sein, ein Original zu bekommen
(abgesehen von den zum Teil perfekt gemachten Repros, die leider auch Kopien
dieser Etiketten aufweisen). Andererseits sollte einem das Fehlen solcher
("leider keine Etiketten mehr vorhanden") immer zu großer Vorsicht
mahnen! Grund: viele Uniformschnitte wurden auch noch weit bis in die 70er
Jahre oder gar bis heute beibehalten. Auf einem Bild sind die Unterschiede
oft nicht erkennbar, da es meist nur ein anderes Material (synthetische
Stoffe/Zusätze) ist, eine andere Farbenuance oder der Schnitt kleine
Änderungen aufweist, die so nicht auffallen.
h.) Bezahlung in $ USD: PayPal oder Western Union Money Order Nachdem es auch für deutsche Ebay-Mitglieder
die Möglichkeit gibt, PayPal.de
zu nutzen, ist es ein Einfaches über Kreditkarte oder Banküberweisung
mit Paypal im amerikanischen Ebay zu kaufen. Eine Anmeldung ist recht einfach
und bietet für den Käufer eigentlich nur Vorteile.
So, wen dies alles nun noch immer nicht abgeschreckt
haben sollte, dem wünschen wir viel Erfolg beim Suchen, Finden und
Bieten. Mögen Euch die Gangster und Halsabschneider dieser Welt bei
Euren Käufen gnädig sein! In diesem Sinne: 3-2-1 Deins!
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